Jacobäa Katzmair


Jacobäa wurde in den 30er Jahren des 15. Jahrhunderts geboren, als einziges Kind des Jakob Katzmair, eines verarmten Verwandten der einflußreichen Münchner Patrizierfamilie.
Eine standesgemäße Heirat stand in Ermangelung einer ordentlichen Mitgift nicht in Aussicht. Daher wurde Jacobäa dank der Fürsprache ihrer reichen Verwandten als Laienschwester in das Kloster Ebersberg geschickt. Dort fand sie ihr Auskommen. Sie half zunächst ein wenig in der Nähstube, lernte sogar lesen und schreiben, erledigte zuweilen Botengänge für die Äbtissin und kümmerte sich vor allem um die kleine Pferdezucht des Klosters. Die Bauern des Klosterguts holten sich bei Jacobäa Rat und Hilfe, wenn Arbeitspferde krank oder lahm waren.
Eines Tages zog ein Kriegsknecht aus dem fernen Neuburg vorüber, um Söldner zu werben. Stattdessen eroberte er Jacobäas Herz im Sturm, und sie verließ Kloster, Freunde und sicheres Auskommen, um dem Taugenichts auf seinem unsteten Lebensweg zu folgen.