Säftelehre

HMA: Nussmuß Renaissance: Reisigel

Historische Kochbücher, nach denen wir gerne kochen:

14. Jahrhundert:

Daz Buoch von guoter Spize, um 1350, Würzburg

15. Jahrhundert:
Rheinfränkisches Kochbuch, um 1445, anonym Maister Hannsen des von Wirtenberg Koch, um 1460 Kuchenmeysterey, Passau 1486, anonym Münchner Kochbuchhandschriften, anonym Das Kochbuch des Meister Eberhard von Landshut Mittelniederdeutsches Kochbuch, anonym
16. Jahrhundert:
Platina Ceremonensis, Von der eerlichen zimlichen, auch erlaubten Wolust des Leibs, 1542 Das Kochbuch der Philippine Welser, Augsburg, 1545 Das Kochbuch der Sabina Welser, Nürnberg, 1553 Marx Rumpolt, Ein new Kochbuch, 1581



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fritierte Hirschhörner

Die Kochbücher des Mittelalters stellen heutige Nutzer vor ganz eigene Probleme. Im Gegensatz zu heute waren diese Rezeptsammlungen nur an Profiköche, Küchenmeister, gerichtet. Deshalb fehlen oft Mengenangaben und grundlegende Rezepte werden als bekannt vorausgesetzt, und sind damit nicht dokumentiert. Zudem ändern sich über die Jahrhunderte die Bezeichnungen von Lebensmitteln. Ein wichtiger Teil der Küche des Mittelalters war der Gesundheitsaspekt. Kochen diente nicht nur der Nahrungszubereitung, sondern hatte entsprechend der Säftelehre erheblichen Einfluß auf die Gesundheit und das Wohlbefinden. Dies mußte bei der Menüauswahl natürlich berücksichtigt werden.

Die Säftelehre, entwickelt vom griechischen Arzt Galen, war für mehr als tausend Jahre Grundlage der Medizin. Der Mensch wird geprägt von vier Säften, die in einem individuellen Gleichgewicht stehen. Sie haben besondere Eigenschaften und sind einem Typus und einem Element zugeordnet.

Zur Heilung werden Ungleichgewichte, Krankheiten, ausgeglichen, auch mittels Ernährung. Dazu werden z. B. Lebensmittel verwendet, die die gewünschten Eigenschaften haben und übertragen; Fisch: feucht, kalt.

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Zuletzt aktualisiert am 06.08.2005